Kostenarten bei Ermittlung des Stundensatzes

Fixe Kosten
Fixe Kosten sind z. B. Miete, Gehälter fest angestellter Mitarbeiter, Betriebs- u. Geschäftsausstattung etc.

Variable Kosten

Variable Kosten sind z. B. Aushilfsgehälter, Büromaterial, Telefongebühren, Strom etc.

Semivariable Kosten

Bei dieser Kostenart handelt es sich z. B. um Grundgebühren für Stromzähler, Grundgebühr für Telefon etc..

Kalkulatorische Abschreibung

Da sich die tatsächliche Nutzungsdauer von den steuerlichen Abschreibungen unterscheidet, z. B. werden Büromöbel länger genutzt, als sie abgeschrieben werden, muss die kalkulatorische Abschreibung berechnet werden.

Kalkulatorische Mietkosten

Das ist die Miete, die erzielt werden könnte, wenn die Kanzleiräume im eigenen Haus an Dritte vermietet worden wäre. Diese unterscheidet sich oft erheblich von den Mietkosten, die die Kanzlei steuerlich für die Nutzung der eigenen Räume in Ansatz bringt.

Kalkulatorischer Unternehmerlohn

Das ist der Lohn (Gehalt), den der Anwalt erzielen könnte, wenn er auf dem freien Markt als angestellter Anwalt arbeiten würde. Dieser wird bei einer Gewinnerrechnung leider überwiegend nicht berücksichtigt, was dazu führt, dass ein als steuerlich sich ergebender Gewinn eigentlich kein Gewinn ist, sondern eine Entlohnung des Anwalts für seine Dienste.

Kalkulatorische Zinsen

Es handelt sich hierbei um die Zinsen, die auf dem Markt erzielt werden könnten, wenn das betriebsnotwendige Kapital angelegt würde, welches in der Kanzlei gebunden ist. Dieses wird wie folgt berechnet:

· Betriebsnotwendiges Anlagevermögen (nach Vornahme der kalkulatorischen Abschreibung

· zuzüglich betriebsnotwendiges Umlaufvermögen (also eigenes Geld auf Bankkonten etc.)

· abzüglich Abzugskapital (Vorschüsse, zinslose Darlehn

Der danach verbleibende Betrag wäre marktüblich zu verzinsen.

Und diese Kostenarten sind bei der Berechnung des notwendigen Stundensatzes heranzuziehen, wenn tatsächlich ein Gewinn und nicht nur ein Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben erwirtschaftet werden soll.

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Was ist eigentlich ein Prozess?

Was ist eigentlich ein Prozess?

 

Eine der vielen Definitionen hierzu lautet:

„ Ein Prozess ist eine Struktur, deren Elemente Aufgaben, Aufgabenträger, Sachmittel und Informationen sind, die durch logische Folgebeziehungen verknüpft sind. Darüber hinaus werden deren zeitliche, räumliche und mengenmäßige Dimensionen konkretisiert. Ein Prozess hat ein definiertes Startereignis (Input) und Ergebnis (Output) und dient dazu, einen Wert für Kunden zu schaffen”

Sehr umfassend also.

Die Summe aller Prozesse eines Unternehmens nennt man auch Prozessorganisation.

Im Vordergrund steht immer der Mehrwert für den Kunden, wobei Kunde nicht nur als Begriff für eine außerhalb des Unternehmens stehende Person zu sehen sein sollte, sondern auch der interne Kunde, den wir als Nutznießer des Prozesses identifizieren können.

Dieses können je nach Sicht z. B. für Businessmitarbeiter die Anwälte einer Kanzlei sein, aber auch alle anderen Mitarbeiter ein Kanzlei.

Was ist eigentlich ein Projekt?

Was ist eigentlich ein Projekt?

 

Ein Projekt kann mit einer einmaligen zeitlich begrenzten Aufgabenstellung umschrieben werden, besteht aus einem Projektanfang, einem Projektende und je nach Projektumfang aus wenigen oder einer Vielzahl von Meilensteinen.

 

Der PMBOK Guide (A Guide to the Project Management Body of Knowledge) umschreibt die Projekteigenschaft wie folgt: „ Ein Projekt ist ein zeitlich begrenztes Vorhaben, zur Schaffung eines einmaligen Produktes, einer Dienstleistung oder eines Ergebnisses”

 

Und was ist jetzt Projektmanagement?

Projektmanagement ist nach Definition des PMBOK Guide die Anwendung von

  • Wissen,
  • Fertigkeiten,
  • Werkzeugen und
  • Methoden

auf Projektvorgänge, um die Projektanforderungen zu erfüllen, wobei dieses durch die Anwendung und Integration der Projektmanagementprozesse

  • Initiierung,
  • Planung,
  • Ausführung
  • Überwachung
  • Steuerung und
  • Abschluss

erreicht wird.

Verjährung von Rechtsanwaltskosten

 

Verjährung von Rechtsanwaltskosten

Immer zum Jahresende stellt sich die Frage insbesondere nach der Verjährung der Kostenansprüche des Rechtsanwalts gegenüber seinen Mandanten.

Diese ist relativ einfach zu beantworten.
Der Anspruch auf Zahlung von Rechtanwaltskosten unterliegt der allgemeinen Verjährungsfrist gem. § 195 BGB.

Der Anspruch verjährt danach nach Ablauf von drei Jahren, gerechnet ab dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist (§ 199 Abs. 1 Satz 1 BGB)

Vielfach wird angenommen, dieser Zeitpunkt sei identisch mit dem Zeitpunkt, zu dem die Rechnung erteilt wurde, was nicht zutrifft.
Die Entstehung des Kostenanspruchs und seine Fälligkeit ergibt sich aus § 8 Abs. 1 RVG.
Danach sind die Kosten fällig, wenn

  • der Auftrag erledigt
  • oder die Angelegenheit beendet ist
  • wenn in einem gerichtlichen Verfahren eine Kostenentscheidung ergangen ist
  • oder wenn das Verfahren länger als drei Monate ruht.

Nach § 8 Abs. 2 RVG wird die Verjährung einer Forderung für eine Tätigkeit in einem gerichtlichen Verfahren gehemmt, solange das Verfahren anhängig ist. Diese Hemmung endet mit der rechtskräftigen Entscheidung oder anderweitigen Beendigung des Verfahrens.
Soweit das Verfahren ruht, endet die Hemmung drei Monate nach Eintritt der Fälligkeit und beginnt erneut, wenn ene der Parteien das Verfahren weiter betreibt.

Erfolgshonorar für Rechtsanwälte

Der Bundestag hat am 25.08.08 beschlossen, dass Rechtsanwälte Erfolgshonorare vereinbaren können. Wer nun denkt, hiermit sei dem Erfolgshonorar “Tür und Tor” geöffnet, irrt. Der Bundestag hat die Vereinbarung grundsätzlich nur in Ausnahmefällen zugelassen. Ein Ausnahmefall ist z. B. dann gegeben, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse des Mandanten und das Prozessrisiko und seine Bewertung von Bedeutung sind. Dieses ist eine reine Auslegungssache.

Eine entsprechende Honoarvereinbarung ist schriftlich zu fassen, wobei allerdings für die Vereinbarung auch ein gegenseitiges Fax oder eine E-Mail ausreichen soll.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Rechtsprechung Klarheit über die Begrifflichkeit der Ausnahme in diesem Falle bringen wird.

Weihnachtsgruß

Es ist wieder einmal soweit. Weihnachten steht überraschend vor der Tür und die Kärtchen müssen geschrieben werden.

Nun, entgegen der Gewohnheit in den vergangenen Jahren, erhalten unsere Kunden dieses Jahr keine Weihnachtskarte mit der Normalpost, sondern ausschließlich an dieser Stelle unsere besten Wünsche für ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das Jahr 2008. Mögen alle Ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

Ihr
H. Treysse

Abschreibungsmöglichkeiten nutzen

Die Unternehmenssteuerreform 2008 setzt die Grenze für geringwertige Wirschaftsgüter ab 1. Januar 1008 auf 150,00 Euro (bisher 410 Euro) herab. Wenn Sie also absehen können, dass Sie geringwertige Wirtschaftsgüter mit einem darüberhinausgehenden Preis kurzfristig erwerben wollen, sollten Sie dieses noch bis zum 31.12.2007 tun, um die Anschaffungskosten noch sofort abschreiben zu können. Schließlich mindert die Anschaffung bei einem persönlichen Steuersatz von 30% die Steuerschuld mit rund 123,00 EURO.

Erwerben Sie das Wirtschaftsgut erst zum 1. Januar 2008, müssen die Anschaffungskosten im Rahmen der dann geltenden Poollösung auf fünf Jahre verteilt werden

Das neue Rechtsdienstleistungsgesetz

 

Bundestag beschließt am 11.10.2007 das neue Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG)

Nun steht nur noch der Bundesrat zwischen der bisherigen Regelung zur Erbringung von Rechtsdienstleistungen und der neuen Regelung, die, wenn der Bundesrat zustimmt, zum 01.07.2008 wirksam werden soll.

 
Die Regelung enthält eine Vielzahl von Neuerungen für die anwaltliche Praxis.

  • So erlaubt § 5 Abs. 1 RDG allen Berufsgruppen die außergerichtliche Erbringung von Rechtsdienstleistungen, soweit diese eine zum Berufs- oder Tätigkeitsbild zählende Nebenleistung darstellt. Dieses ist z. B. der Fall, bei Unternehmensberatungen, Kfz.-Werkstätten, Versicherungen etc..
  • Nach § 7 RDG dürfen auch Vereine ihre Mitglieder außergerichtlich rechtlich beraten. Dieses wäre z. B. auch der Fall bei dem allseits bekannten ADAC oder sonstigen Autoclubs, aber auch bei berufsständischen Vereinen jeglicher Art.
  • Aber auch die Tätigkeit vor Gerichten ist nicht mehr ausschließlich Angelegenheit der Rechtsanwälte. Bitter wird es im Arbeitsrecht. Dürfen doch dann Arbeitnehmer- u. gebervereinigungen auch vor dem Bundesarbeitsgericht vertreten.
  • Inkassounternehmen, die bisher einen Rechtsanwalt zur Durchführung des gerichtlichen Mahnverfahrens einschalten mussten, können zukünftig das gerichtliche Mahnverfahren selbst durchführen.

Hoffentlich ist die Anwaltschaft gut auf diese Änderungen vorbereitet. Vielfach wird die Änderung wohl erst sehr spät festgestellt werden. Dann allerdings sind die ersten Umsatzeinbrüche wohl schon feststellbar.

Unternehmensberatung speziell für Rechtsanwälte und Notare