Sind “Not-to-do-Listen” eine reine Beschäftigungstherapie?

©studiostoks
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Wer sich mit sogenanntem „Zeitmanagement„ oder “Selbstmanagement” befasst, wird früher oder später auf die Erfordernis von To-do-Listen stoßen.
Eine solche To-do-Liste ist nichts anderes, als eine Aufgabenliste, also Liste offener Punkte die noch abzuarbeiten sind.
Insoweit werde ich Ihnen bestimmt nichts Neues sagen.

Aber was sind „Not-to-do-Listen“?
Diesem Begriff begegnet man seit einiger Zeit immer öfters. Die Not-to-do-Liste ist, wie der Name schon sagt, das Gegenstück der To-do-Liste. Und hier wird es interessant.
Vielfach wird gefordert, statt Tätigkeiten zu notieren, die zu erledigen sind, sollen die Tätigkeiten aufgeschrieben werden, die in Zukunft lieber gelassen werden sollen, d.h. man soll sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, welche Tätigkeiten man in Zukunft nicht mehr ausüben will, um mehr Zeit für wichtige Aufgaben zur Verfügung zu haben.
Ich selbst bin ein Freund von GTD, einer Selbstmanagementmethode von David Allen, bei der es auch darum geht, alles aufzuschreiben, was noch zu erledigen ist, allerdings ohne Rücksicht darauf, ob es sich um berufliche oder private Dinge handelt.
Nie aber wäre ich auf den Gedanken gekommen, eine Liste der Arbeiten zu erstellen, die ich nicht mehr erledigen will.

Ich habe mir einmal den Spaß gemacht, über den Verlauf einer Woche hinweg alle vorgenommenen Tätigkeiten, ob beruflich oder privat bezogen, aufzulisten. Hierbei konnte ich sogenannte „Zeitfresser“ identifizieren und Tätigkeiten, die ich nicht selbst vornehmen muss, sondern die ich delegieren kann.
Diese Auflistung ist praktisch die Kontrollliste für ein effizientes Selbstmanagement. Ich habe also die Ergebnisse erhalten, über die ich mir Gedanken machen müsste, wenn ich eine „Not-to-do-Liste“ erstellen würde, die ich bei all den Planungen berücksichtigen müsste.

Der Vorschlag vieler Selbstmanagementberater, eine “Not-to-do-Liste” zu erstellen, erinnert mich an meine frühere Militärzeit, in der es bei Beschaffungsmaßnahmen notwendig war, ein Formular auszufüllen um ein Beschaffungsformular zu erhalten.
Das aber ist von einem effizienten Selbstmanagement weit entfernt.

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